Bist Du interessiert an Philosophie ?
Wenn ja, herzlich Willkommen auf meiner Webseite , neu zusätzlich mit
einer dreiteiligen zeitgeschichtlichen Erarbeitung der Kernaussagen von
Philosophinnen.
Hier geht es direkt zu den Philosophinnen
Es würde mich freuen, wenn Du eine für Dich gültige Antwort bei Sinnfragen
bei dem einen oder anderen Philosophen oder einer Philosophin findest.
EINLEITUNG TEIL 1: Philosophen
Was Philosophie sei oder was sie wert sei, ist umstritten. Man erwartet
von ihr ausserordentliche Aufschlüsse oder lässt sie als
gegenstandsloses Denken gleichgültig beiseite.
Im Unterschied zum Weisen besitzt der Philosoph die Wahrheit nicht,
sondern strebt nach letzter umfassender Klarheit und Wahrheit. Wenn
wir ein Urteil abgeben, äussern wir in Wirklichkeit nur ein Vorurteil,
nämlich unsere persönliche Art, die Dinge zu betrachten.
Als philosophischer Laie aber als lebenserfahrener Senior habe ich in
Zeiten düsterer Zukunftsaussichten den Wunsch, mehr über grosse
Denker zu erfahren. Es ist fast unmöglich geworden, die Welt zu deuten
und sie sinnhaft zu machen. Menschliches Denken, Verhalten oder
Fehlverhalten mit Gewalt und Tyrannei wurde auch schon vor mehr als
2000 Jahren bei vielen Philosophen (Platon u.a.) ähnlich beschrieben
wie heute. Muss man somit zur Erkenntnis kommen, dass der Mensch
sich in seinem sozialen Verhalten nie ändern wird?
Wird das Studium der vielen verschiedenen zum Teil stark
divergierenden philosophischen Lehrmeinungen eine Erkenntnis
bringen oder bleibt anschliessend noch mehr Ratlosigkeit?
Leider gibt es ein weit verbreitetes Unbehagen an der Philosophie, vor
allem an der Zerstrittenheit wie dem Mangel an vorweisbaren
Ergebnissen. Es kann der Eindruck entstehen, dass philosophische
Ansichten und Theorien im Alltag wenig nützlich sind und lediglich zu
langwierigen Diskussionen ohne Ergebnisse führen werden.
Trotz allem habe ich mich entschlossen während einer viermonatigen
gesundheitlichen Krise diese untenstehende Arbeit zu schreiben, denn
mir selbst hilft Philosophie bei Lebensfragen zu unterscheiden und zu
sortieren.
Mit meiner Zusammenfassung der Kernaussagen der vielen
unterschiedlichen Philosophen habe auch ich nur versucht, die
Prioritäten ihrer Gedanken und ihrer Theorien aus meiner Lesart
darzustellen. Meine Arbeit erhebt absolut keinen Anspruch auf
Korrektheit und ich habe diese auch nicht mit KI und ChatGPT
lektorieren lassen. Deshalb bin ich dankbar für korrigierende Hinweise
über meine Mail-Adresse: enjoy.life@bluewin.ch
Mein erster Teil beinhaltet Kernaussagen der Philosophen,
zeitgeschichtlich gesehen von der Antike bis in die Moderne.
Unter den vielen Philosophen, Psychiatern und Historikern berühren mich die folgenden Aussagen sehr:
Bei den Stoikern, ca. 300 v. Chr.: Das Denken über Besonnenheit und Gelassenheit und «sein Los lernt man zu akzeptieren» / «Es ist, wie Es ist.» Diese Aussage half mir entscheidend meine Krankheitszeit anzunehmen.
-Karl Jaspers (1883 – 1969) «Liebe ist die Quelle der Kommunikation» und «in einer Welt in der alles fragwürdig geworden ist, suchen wir philosophierend die Richtung zu halten ohne das Ziel zu kennen.»
-Bertrand Russell (1872 – 1970) «unser Zeitalter ist düster aber vielleicht werden gerade die Ängste, die es uns einflösst, zu einem Quell der Weisheit. » Wenn das Wirklichkeit werden soll, dann muss die Menschheit in den gefährlichen Jahren, die ihr bevorstehen, der Verzweiflung zu entrinnen versuchen und sich die Hoffnung auf eine Zukunft lebendig erhalten, die besser ist als alles, was je gewesen ist.
Und ganz aktuell aus der Gegenwart:
-Frank Urbaniok, 1962
bekannter Zürcher Gerichtspsychiater schreibt in seinem Buch "Darwin schlägt Kant" «unsere biologischen und genetischen Vorfahren überlebten einzig, weil sie das Gewalt-Instrumentarium erfolgreich einsetzten. Das heisst, skrupellose Herrscher und die gnadenlose Vernichtung von Feinden waren schon immer vorhanden. So zum Beispiel befürwortete Luther die Massaker an den Bauern bei deren Aufständen.»
-Rutger Bregmann: 1988, Historiker
Einen hoffnungsvollen Gegensatz finde ich bei Rutger Bregmann, Historiker, in seinem Buch «im Grunde gut. » Er nimmt, anders als in westlichen Denktraditionen an, dass der Mensch nicht böse, sondern gut ist denn in Ausnahme-Situationen kehrt keineswegs das Schlechteste, sondern viel mehr das Beste in den Menschen hervor. Wenn man uns machen lässt, sind wir Menschen sozial, friedliebend und solidarisch. Wenn wir aber glauben, unsere Mitmenschen seien eine Bedrohung, unterwerfen wir uns behördlicher Kontrolle. Machthaber aller Zeiten leiten aus dieser Annahme ihren Herrschaftsanspruch ab: wenn wir es nicht verhindern, herrscht Chaos. Auch das Geschäft der Medien beruht auf dem Sensationspotenzial negativer Nachrichten. Ein Ereignis hat dann gewöhnlich erst Nachrichtenwert, wenn es aussergewöhnlich ist. Und solche Ausnahmen sind eben Anschläge, Katastrophen und Gewalt.
-Christian Uhle, 1988, Philosoph
schreibt in seinem sehr lesenswerten Buch „ Wozu das Alles ? „ : „Glück, Sinn und Moral, alle drei Wertdimensionen des Lebens geben uns Orientierung, sie sind der Kompass. Nur wo jemand ist, kann Sinn entstehen. Dieser Jemand ist die Quelle des Wertes und darum kann Agape (Nächstenliebe) ein ganzheitliches Prinzip sein denn da sind Kopf, Hand und Herz gleichermassen beteiligt.
- Esther Pauchard, 1973, Psychiaterin, Schriftstellerin, Kolumnistin im Thuner Tagblatt
Zitat: «Ich habe die Wahl, mich den permanenten schlechten Meldungen zu unterwerfen oder bewusst positive Illusionen zu pflegen und in entschlossene Zuversicht zu investieren.»
Mein grosser Dank:
Das Erarbeiten der Kernaussagen dieser vielen verschiedenen Philosophen hat mir sehr viel Freude bereitet, auch dank Kerstins grosser emotionaler Unterstützung während diesen aussergewöhnlichen
vier Monaten. Auch danke ich meiner Familie für die Begleitung und meinem Arzt B. B. herzlichst für die aufwändige gute Behandlung.
Ich fühle mich nach wie vor äusserst privilegiert und bin dankbar, auf so viele Ressourcen in meinem sozialen Umfeld und auf persönliche Resilienz zurückgreifen zu können. Ich danke hier im speziellen meinem Bruder Marcel, meinen lieben Verbundenen Daniel, Gina, Hans, Heinz, Laurenz, Margrit, Oliv, Peter, Thomas, Ueli, Verena und Wolfgang fürs jahrzehntelange Mit-Mir-Sein auch in schwierigen Zeiten und weiss, dass solch tragende Freundschaften nicht selbstverständlich sind. Auch möchte ich meinem Webmaster Edwin Weber herzlichst danken für seine professionelle Arbeit.
Konstruktive kritische Beurteilung meiner Arbeit durfte ich in verdankenswerter Weise durch Lorenz Lüthi erfahren.
U no chli Bärndütsch: I wünsche viu Liebs u häbät Sorg zum Läbe!
Im März 2024, René Lüthi
Meine Arbeit basiert auf folgenden Quellen :
-Hans Saner, Philosoph, diverse Sommer-Seminare
-Hans Joachim Störig, „Weltgeschichte der Philosophie“
-Wilhelm Weischedel, „Die philosophische Hintertreppe“
-Georgi Schiskoff, „Philosophisches Wörterbuch“
-Christian Uhle, „Wozu das Alles, eine philosophische Reise zum Sinn des Lebens“
-Klett Verlag, „Zeittafel der Philosophen"
-Wikipedia, Zeittafel zur Philosophie-Geschichte
-Frank Urbaniok, „Darwin schlägt Kant“
-Detlev Staude, Philosophische Praxis: „Nachsinnen zur Mittagszeit“
-Esther Pauchard, Kolumnistin
-Barry Loewer, "Philosophie in 30 Sekunden"
Griechischer Mathematiker und der erste Philosoph, der nach der Grundlage von Allem fragte.
Seine Hauptaussage: Wasser ist der Urstoff der Welt. Unbestritten ist der Ruhm des Thales als des ersten Griechen, der das orientalische Wissen auf den Gebieten der Mathematik und Astronomie aufnahm und selbständig weiterverarbeitete. Den Griechen galt er als der erste der „ Sieben Weisen der alten Welt“
berühmter Mathematiker, Die mathematischen Prinzipien wie z.B. die Zahlenverhältnisse sind Abbilder der Harmonie der Welt selbst. Gründete den Bund für sittlich-religiöse Lebensform mit aristokratisch-konservativer Einstellung.
in Allem ist Gegensätzliches vereint und ist doch verborgene Harmonie. Die Lehre von der Einheit der Gegensätze erscheint 2000 Jahre später bei Hegel wieder. Krieg ist der Vater aller Dinge. Viele Dinge zu wissen, bedeutet noch nicht, sie zu verstehen. Alles fliesst (panta rhei) und in diesem Fliessen waltet die Vernunft als Gesetz. Nur durch die Unterwerfung dieser kann der Mensch die Heiterkeit der Seele gewinnen. Die Stoa hat seine Gedanken wiederaufgenommen.
die Welt besteht aus (Seelen-) Atomen, das höchste Gut ist die Glückseligkeit, sie besteht wesentlich in der Ruhe und Heiterkeit. Mässigung der Begierden.
Denker und Weise im klassischen Griechenland, später Lehrer der gewandten Redekunst, müssen aber in Diskussionen obsiegen.
Suche des sittlich Richtigen, Kulturkraft eines freien Menschen der das Gute nur um seinen Willen selbst tut. Wenn man an wahren Überzeugungen interessiert ist, muss man die Meinung, die man hat, gründlich überprüfen. Dann findet man heraus, dass das Meiste, das man zu wissen glaubt, in Wirklichkeit falsch ist. Deshalb sein berühmter Satz «ich weiss, dass ich nichts weiss. » Die höchste Tugend ist die Genügsamkeit. Wer am wenigsten bedarf, ist der Gottheit am nächsten. Seine Frau Xanthippe machte ihm zuhause die Hölle heiss und er sagte, wer mit ihr fertig werde, werde mit allen anderen Menschen zurechtkommen. Sokrates wurde wegen Gottlosigkeit und Verführung der Jugend zum Tode verurteilt, er wollte nicht fliehen und musste den Giftbecher trinken.
Schüler Sokrates. Idealist: Die menschliche Seele ist dreigeteilt: in Denken, Wille und Begierde. Der Leib ist das Grab der Sinne «soma-sema». Wir Menschen sind anfällig dafür, durch das Licht der Erkenntnis geblendet zu werden und sind versessen auf Illusionen. Szenario von Platons Höhle. Haupttugende: Weisheit-Tapferkeit-Selbstbeherrschung-Gerechtigkeit. Der Mensch ist nicht das Mass aller Dinge. Das wahre Wesen der Welt liegt im Reich der Ideen. Ethisch bestimmtes politisches Ziel ist der vollkommene Mensch im vollkommenen Staat. Das Schlagwort der Demokratie ist Freiheit., mit Folgen der Anarchie und Diktatur. Bei Platon finden sich nirgends Anzeichen eines besonderen Respektes vor der Frau. Im seinerzeitigen Athen war Liebe zu jungen Knaben völlig normal. Platon prägte die seinerzeitige Philosophie vor allem durch den Glauben an objektive Werte, wie «das Schöne, das Wahre» usw.
Schüler Platons, Begründer der Naturwissenschaften und der Logik. Das Wesen der Dinge liegt in ihnen selbst. Die oberste Wirklichkeit ist Gott. Vermeide die Extreme und halte die tugendhafte Mitte zwischen zwei Lastern: Übermass und Unzulänglichkeit. Es gibt nicht eine helle und eine dunkle Seite der Macht aber es gibt zwei dunkle Enden und eine helle Mitte. Wegen Gottlosigkeit zum Tod verurteilt, konnte aber fliehen. Der Mensch ist auf Grund seines Wesens gut, seine sittliche Aufgabe besteht darin, die ursprüngliche Güte seines Wesens zu verwirklichen. Für ihn wie die übrigen Zeitgenossen war Sklaverei völlig normal. Aristoteles sah den Sinn des Lebens in der Kontemplation und im Philosophieren.
Bedürfnislosigkeit zur Pflicht machen. Wer nichts hat, kann nichts verlieren. Das Streben nach Reichtum und Besitz macht unglücklich.
Eine grosse Quelle der Angst waren in seiner Zeit die Götter. Man muss deshalb wohl den Glauben an die Gültigkeit der Götter aufgeben denn das Böse und die Existenz eines gütigen allmächtigen Gottes sind miteinander unverträglich. Oftmals wird Epikurs Moralphilosophie nur verkürzt auf das Hedonistische reduziert wie z.B. geistige und emotionale Lust ist das grösste Glück. Die Lust ist Ursprung und Ziel des glücklichen Lebens. Schmerz gilt als grösstes Übel. Reichtum macht ruhelos und unzufrieden. Die Erkenntnis, dass der Tod ein Nichts ist, macht uns das vergängliche Leben erst köstlich. Heute nennt man Epikureer, wer die materiellen Freuden des Daseins unbedenklich geniesst.
Er versammelte seine Schüler in der Stoa (Säulenhalle in Athen). Zenons Paradoxien wie z.B. der Lauf der Schildkröte und der des Läufers. Naturgemäss leben heisst vernunftgemäss leben. Glück durch Bescheidenheit. Beim späteren röm. Kaiser Marc Aurel war die Stoa eine Art ethische Religion. Gott und die Natur waren Eins.
war so sehr auf Vergeistigung bedacht, er schämte sich, einen Leib zu haben. Befreiung des stoffgefesselten Menschen zu reiner Geistigkeit durch Ekstase oder Askese.
In jungen Jahren allen weltlichen Bedürfnissen zugetan. Später ist die Annahme der göttlichen Prädestination aber eine Unfassbarkeit Gottes. Gott muss das höchste Erstrebte, das Ziel aller Sehnsucht sein. Gott ist die Ewigkeit. Augustinus akzeptiert die Lehre Paulus von der Erbsünde. Der Glaube wird dem Denken übergeordnet. Gotteserkenntnis und Gottesliebe sind für ihn das einzige Ziel, das der Anstrengung des Geistes wert ist. «Cogito, ergo sum», wie 1200 Jahre später auch Descartes gesagt hat: „ich denke, also bin ich”. Die Selbstgewissheit des Denkens wird zum unerschütterlichen Ausgangspunkt. Lehre vom Wesen Gottes als Drei-Einigkeit: Gott Vater-Sohn-Heiliger Geist.
Das blosse Wissen kann nicht zum Wesentlichen vordringen denn es müsse im Glauben wurzeln. Gott ist etwas über das hinaus Grösseres nicht gedacht werden kann. Er wird mit Gewalt zum Erzbischof vom Canterbury verpflichtet. Anselm versucht sich an Beweisen zur Existenz Gottes. Wenn Gott nur im Geist existiert, dann ist dies Gott nicht würdig. Da ein Gott der eines Gottes nicht würdig ist, kein Gott ist, muss Er auch in Wirklichkeit existieren. Begründer der Scholastik.
Er ist einer der ersten Denker des christl. Abendlandes der Ungläubige mittels empirischer Belege von der Existenz Gottes zu überzeugen versuchte. Es muss einen ersten unbewegten Beweger geben, der die ganze Kette des Lebens in Gang gebracht hat. Synthese zwischen aristotelischem Denken und der Wahrheit des Glaubens zu bewahren. Alles Böse gründet in einem Guten und alles Falsche in einem Wahren. Nur die Sache, nicht die eigene Person, steht im Mittelpunkt. Die Drei-Einigkeit Gottes handelt nach übernatürlichen Wahrheiten, die wir nur als Inhalt der göttlichen Offenbarung gläubig hinnehmen können. Der Thomismus wurde zur offiziellen Philosophie des Dominikaner-Ordens.
Scholastiker, Streit mit der offiziellen Kirche: Gott und ich, wir sind eins. Für die offizielle Kirche ist diese Aussage Ketzerei. Zweck des Lebens ist die Erkenntnis Gottes und die Rückkehr zu Gott dank tugendhaften Leben und Askese und liebreiches Wirken unter den Menschen. Mystisches Philosophieren das auf Lebenserfahrung basiert. Wie Gott ist auch die Seele dreieinig, Haupttugenden: Glaube-Liebe-Hoffnung.
Dichter-Philosoph, Hauptwerk ist die göttliche Komödie: schildert den Zustand der Seele nach ihrem Tod in den drei Reichen des Jenseits: in der Hölle, im Fegefeuer und im Paradies.
Richtige Schlüsse ziehen aus Ursache –Wirkung. Nicht der Wille, sondern das Handeln ist soweit frei wie es der Natur des Menschen entspricht. Den Menschen sieht er als Egoisten, das heisst, der Mensch ist des Menschen Wolf und deshalb braucht es einen starken Staat. Das menschliche Leben ist ohne zivilisierende Wirkung der Gesellschaft armselig, böse, brutal, bestimmt von fortwährender Angst und bedroht durch gewaltsamen Tod. Nur durch Abschluss eines Gesellschaftsvertrages mit Übertragung natürlicher Rechte an einen absoluten Souverän (sinnbildlich der Leviathan) ist ein Krieg aller gegen alle zu verhindern. Das öffentliche Gesetz ist das Gewissen des Bürgers.
Erfinder der analytischen Geometrie, Begründer der Wahrscheinlichkeitsrechnung, nur die mathematische Denkweise führt zur Wahrheit. Descartes ist Kriegsmann sowohl in kath. wie auch in prot. Heeren aber primär als Zuschauer und nicht als Akteur. Er betrachtete den Körper getrennt von der Seele und sagt: «ich denke, also bin ich.» Man kann nicht bezweifeln, dass es ein Ich gibt, das nicht zweifelt. Zweifeln ist auch eine Form des Denkens. «Gott gab dem Menschen Freiheit und wegen falschem Gebrauch wurde dies die Quelle des Bösen. »
Verteidiger der Denkfreiheit, wird als Atheist und Gottesleugner beschimpft da er sagt, die Natur selbst ist Gott. Versteht nicht, dass Gott bei Streit und Kampf nicht anwesend ist. In seinem Denken ist kein Raum für einen persönlichen Gott der sich in den Propheten und Jesus offenbart. Er hält Christus nicht für Gottes Sohn aber als den grössten und edelsten aller Menschen. Lessing, Herder, Goethe, Schopenhauer und Nietzsche nahmen seine Gedanken auf. Spinozas Lehre wurde auch mit Buddhas Lehre verglichen. Aus seinem eigenen Schicksal heraus ist es verständlich, dass es nicht erstrebenswert ist, den natürlichen Egoismus des Menschen zu überwinden.
der erste kritische Philosoph, der eigentliche Vater der Erkenntniskritik. Ausgangspunkt ist radikaler Zweifel. Dieser kann aber nicht durch mathematische Präzision entkräftet werden wie bei Descartes. Nur über die Erfahrungen gelangen wir zum Wissen. Locke ist der Begründer des Liberalismus., er hält nichts vom starken Staat.
Erfinder der Differenzialrechnung. Beherrscht in der seinerzeitigen Epoche fast alle Wissensgebiete, ist Universalgelehrter, Begründer des Empirismus. Er wird zum Vorläufer für modernste Bestrebungen der Logistik und Semantik. Entwurf einer schwer verständlichen Monadenlehre: Gott ist die Urmonade, alle anderen Monaden sind ihre Ausstrahlungen. Die Seele ist nur eine der verschiedenen Leibesfunktionen.
Alles was wir wahrnehmen, ist uns stets nur als Phänomen unseres Bewusstseins, als Zustand unseres Geistes gegeben. Das Sein der Dinge besteht nur in ihrem Wahrgenommen werden. Was nicht wahrgenommen wird, existiert nicht. Der Geist ist gleichsam ein Behälter der Ideen bzw. kennt die Ideen und handelt auf der Grundlage der Erkenntnis.
Absoluter Gegner der Kirche. Gott erschuf die Welt und ertränkte sie dann. Er wurde mehrfach eingekerkert, weil er versuchte, die gesamte christliche Lehre als Aberglaube zu entlarven. Viele seiner Werke können nur anonym erscheinen und er sagt, ohne Skrupel, man muss lügen wie der Teufel. Aus philosophischer Sicht ist die christliche Lehre abscheulich. Sie macht aus Gott die Bosheit selbst. Voltaire ist aber überzeugt von der Existenz einem höchsten Wesen das belohnt und auch bestraft. Die Welt ist nicht die Beste aller möglichen Welten, sie ist die schlimmste aller Erdkugeln. Bekämpfte den Unsterblichkeitsgedanken und Leibnitz Optimismus.
Wahrheiten können nie gewusst, sondern nur geglaubt werden. Gewohnheit bestimmt unser Leben. Ursache und Wirkung können nur durch Erfahrung entdeckt werden. Verstand und Vernunft können von sich selber her keine Wahrheit erfassen. Der Glaube mag uns vielleicht dazu ermutigen, an Wunder zu glauben aber die Vernunft wird das niemals Ein Wunder ist eine Verletzung der Naturgesetze durch das Eingreifen Gottes. Aus blossem Denken, reiner Vernunft geht kein Handeln hervor. Die Vernunft belehrt nur über Wahr und Falsch. Woher wissen wir, dass die Zukunft der Vergangenheit gleichen wird?
Er berief sich auf die Vernunft des Menschen und plädierte für individuelle Rechte. Das Böse ist nicht Gottes Werk denn der Mensch ist gut geschaffen aber dieses Böse wird durch die Gesellschaft hervorgerufen. Rousseau ist Optimist: Im Naturzustand sind die Menschen edle Wilde, die als Einzelgänger in friedvoller Existenz mit der der Befriedigung der elementarsten Bedürfnisse beschäftigt sind. Grosser Theoretiker der Erziehung, aber seine 6 Kinder mussten im Kinderheim aufwachsen. Wahrheit liegt nicht im Denken, sondern im Fühlen in der Gewissheit des Herzens. Plädiert für einen Gesellschaftsvertrag, basierend auf Vertrauen.
drei entscheidende Fragen: «was kann ich wissen, was soll ich tun- was darf ich hoffen? » «Sapere aude»: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. Konsequentes moralisches Handeln ist nicht möglich ohne Glauben an Freiheit, Unsterblichkeit und an Gott. Durch das Aufheben des Wissens entsteht Platz zum Glauben. Handle so, dass die Maxime der Handlung zu einem allgemeinen Gesetz werden könnte. Kant ist der eigentliche Begründer der Menschenrechte. Apriori-Wissen erlangen wir durch blosses Nachdenken, durch die Vernunft, während Aposteriori-Wissen empirisch, d.h. auf Erfahrung gründet. Kant ist Genie der Pedanterie und Pünktlichkeit aber mit viel Humor. Die Fragen nach Unsterblichkeit und nach Gott lassen sich mithilfe der theoretischen Vernunft nicht beantworten.
Meisterwerke der Unverständlichkeit: das Geistige allein ist das Wirkliche. Der Weltgeist führt die Welt zur Vernunft. Sein Naturverständnis ist nicht äusserer, sondern innerer Natur, denn die Natur ist Geist. Hegel löst den Widerspruch zwischen Sein und dem Nichts im Begriff des Werdens bis zum absoluten Geist. Das Bewusstsein, so wie es sich für unmittelbar vorfindet, ist für Hegel der erscheinende Geist. Hegel widerspricht Kant indem er davon ausgeht, die Vernunft könne die Wirklichkeit, könne die Welt erkennen, weil beides identisch ist. Das Leben ist ein ständiges Geschehen von Trennung und Verbindung. Alles Leben spielt sich in liebenden Beziehungen ab. Der Philosoph muss den Geheimnissen der Gottheit nachsinnen. Wenn diese Versuche misslingen, bleibt nur die Resignation. Für Goethe muss man aber das Unerforschliche ruhig verehren. Marx bediente sich in seinem Denken der dialektischen Methode Hegels.
Kants bedeutendster Schüler. Die Welt ist Wille, Leben ohne wieso und warum. Dieser Wille ist die Erfüllung. Der Mensch ist nicht primär durch die Vernunft gesteuert, sondern durch seine biologisch determinierten Triebe. Die Fülle der Bedürfnisse können nie befriedigt werden. Lösungen: der ästhetische Weg über die Kunst und der ethische Weg über die Verneinung des Willens, Kontrolle der Triebe mittels Askese, im buddhistischen Sinn. Aus Egoismus entsteht das Böse, aus Mitleid das Gute. Das «Geist-Körper-Problem» nannte er den Weltknoten. Seine Auflösung steht immer noch aus. Schopenhauer ist unendlicher Pessimist, das Nicht-Sein ist dem Sein entschieden vorzuziehen.
Das Dilemma der Wahl; auch Nichtwählen ist eine Wahl. Grösster Gegner von Hegel. Schwermütig: wo ist in der Unbegreiflichkeit des Wesens ein Sinn? Angst als Urtatbestand des Mensch-Seins. Nur wer den Mut hat, sich zu entscheiden, gelangt zur Wirklichkeit. Kierkegaard überspielt seine Schwermut mit extravaganter Kleidung, wird verspottet und gerät in Auseinandersetzung mit der offiziellen Kirche denn er wirft ihr Verrat am Christentum vor. Glaube bedeutet, den Verstand zu verlieren, um Gott zu gewinnen. Christ ist eine Sache des Einzelnen und nicht der Menge.
Zitat: jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen. Im Gegensatz zu Hegel, bei dem sich alles im blossen Denken abspielt, muss die Sicht auf die Wirklichkeit des Menschen sein. Sein Freund Engels hilft ihm materiell zu überleben. Es ist die Aufgabe der Geschichte, nachdem das Jenseits der Wahrheit verschwunden ist, die Wahrheit im Diesseits zu etablieren. Marx ist Atheist. Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, nun gilt es sie zu verändern. Das Proletariat muss sich der Selbstentfremdung bewusst werden: Klassenkampf. Ideologische Grundlage des Kommunismus. Lenin war geistiger Schüler von Marx.
Wille zur Macht, Versuch einer Umwertung aller Werte. Nietzsche ist antimoralisch, antisozialistisch, antifeministisch. Die Emanzipation der Frau ist eine Entartung. Er ist nicht-intellektualistisch, antireligiös: Gott ist tot. Glaubt denen nicht, welche von überirdischen Hoffnungen reden. Er bezeichnet sich als erster Nihilist Europas. Glaube an die absolute Rettung aus dem Nihilismus gilt es zu bejahen und so inmitten der Sinnlosigkeit wieder Sinn zu schaffen. Sein Hauptziel bestand darin, die Menschen von verlogenen Dogmen zu befreien. Wer ein Schöpfer sein muss im Guten und Bösen, der muss erst ein Vernichter sein und Werte (Dogmen) zerbrechen. Nihilismus ist Nietzsches Ausgangspunkt, nicht sein Ziel. Nietzsche ist äusserst selbstbewusst denn er sagt von sich: es ist nicht unmöglich, dass ich der erste Philosoph dieses Zeitalters bin. Das Denken Schopenhauers mit dessen Pessimismus zieht ihn unwiderstehlich an. Nietzsches Schwester ist zum Teil verantwortlich dafür, dass seine Ideen mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht werden.
Begründer der Psychoanalyse. Hat kulturphilosophische Fragen psychologisch zu klären versucht. Der Mensch sitzt zwischen 2 Stühlen: Triebe und Gewissen. Unser Bewusstsein, also unser Ich ist «nicht Herr im eigenen Haus. »
Die Grunderfahrung vom Nichts liegt im Anschluss an Kierkegaard im Erleben der Angst. Zum Dasein gehört aber auch das Ende selbst. Dasein ist nur als Sein-zum Tode. Der Mensch muss seinem Leben selbst einen Sinn geben. Zeitlichkeit ist der Sinn der eigentlichen Sorge. Zeitlichkeit ist das Grundgeschehen des Daseins. Mit der Frage des Seins wagen wir uns an den Rand der völligen Dunkelheit. Heideggers Ansichten seien viel Lärm um Nichts, sagen die analytischen Philosophen wie Bertrand Russel und haben versucht, seine Schriften zu verbannen.
Ursprünglich Ingenieur, danach grosser Sprach-Philosoph. Lebte sehr asketisch, permanent suizidgefährdet. Der Zweck der Philosophie ist die logische Klärung der Gedanken, Erkenntnisse sind ein Abbild von Tatsachen. Was denkbar ist, ist auch möglich. Die Aufgabe der Philosophie ist dafür zu sorgen, dass das Denken den Fallen entgeht, die ihm die Sprache stellt. Berühmter Satz: „wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.”
Psychiater und Philosoph. Jede Äusserung zur Philosophie ist schon Philosophie. Philosophie ist das Gewahr werden der eigenen Ohnmacht und Schwäche. Der Mensch ist sich ungewisser denn je. Er ist die grösste Möglichkeit und die grösste Gefahr in der Welt. Selbstsein ist nur in Kommunikation mit anderen Menschen möglich. Liebe ist die Quelle der Kommunikation. Hinter allem Sein, das scheitert, steht die Transzendenz, die Unvergänglichkeit und Unendlichkeit Gottes. Nach aller Erfahrung von Menschen in der Geschichte wird auch das Furchtbarste irgendwann von jemandem vollbracht. In einer Welt, die in allem fragwürdig geworden ist, suchen wir philosophierend Richtung zu halten, ohne das Ziel zu kennen.
Mathematiker, Pazifist, Atheist. Die Naturwissenschaft ist die einzige Quelle unseres Wissens, Für einen Glauben an Gott liefert sie keine Stütze. Die Religion ist ein Übel, ist kennzeichnend für noch nicht erwachsene Menschen. Unser Zeitalter ist düster aber vielleicht werden gerade die Ängste, die es uns einflösst, zu einem Quell der Weisheit. Wenn das Wirklichkeit werden soll, dann muss die Menschheit in den gefährlichen Jahren, die ihr bevorstehen, der Verzweiflung zu entrinnen versuchen und sich die Hoffnung auf eine Zukunft lebendig erhalten, die besser ist als alles, was je gewesen ist.
Die Gedanken der Aufklärung sehen die Philosophen der Frankfurter Schule als Instrumente der Herrschaftssicherung der bürgerlichen Klasse denn mit Produktivitätssteigerung und Profitmaximierung werden Anliegen der Arbeiterklasse unterdrückt.
Es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Begründer und Hauptvertreter der kritischen Theorie zur Entwicklung der Gesellschaft. Die beiden versuchen mit ihrer Theorie, das theoretische Denken mit praktischem Handeln zu verbinden. Er gehört zusammen mit Max Horkheimer, Jürgen Habermas und Herbert Marcuse zur Frankfurter Schule.
Es ist nicht möglich, die grundlegenden Gesetze der historischen Entwicklung zu erkennen. Jeder Versuch, ein totales Konzept der menschlichen Gesellschaft zu verwirklichen, muss scheitern und zum Verlust der Freiheit führen. Der Versuch, den Himmel auf Erden einzurichten, produziert stets die Hölle. Poppers Schriften zielen gegen die verderblichen Auswirkungen vom Denken Platons, Hegels und Marx. Popper entwickelte die Theorie der Falsifikation. Anstatt unsere Annahmen zu bestätigen, müssen wir suchen, was sie widerlegen könnte.
Atheist. Wir erfahren Angst und Unsicherheit, wenn wir uns der Tatsache bewusstwerden, dass wir uneingeschränkt verantwortlich für unsere Entscheidungen sind. Radikaler Freiheitsbegriff. In Wirklichkeit können wir unserer Freiheit niemals entkommen denn sie ist fest in die Struktur in unserem Bewusstsein eingeprägt. Sartres Freiheitsbegriff ist eindrucksvoll aber problematisch. Der Mensch ist sich selber gegenüber verantwortlich, insbesondere nicht Gott. Sartre schuf die Philosophie des positiven Handelns. Der Mensch ist zunächst «Nichts» und er muss sich gleichsam in beständiger Schöpfung zu dem machen, was er ist. Aussagen: Wenn ihr die Augen nicht gebraucht zum Sehen, werdet ihr sie gebrauchen um zu Weinen. Geduld ist bitter aber ihre Frucht ist süss.
Nach der Präsentierung meiner Webseite ( www.philokernaussagen.ch )
war in diversen anschliessenden Diskussionen sowohl mit Fachleuten wie
auch mit nahen Freund-Innen immer wieder die Frage aufgetaucht,
weshalb diese fast 3 Jahrtausende philosophischen Denkens primär durch
Männer geprägt worden waren.
Diese Frage hat mich nun erneut motiviert, in der Literatur auf Spurensuche
zu gehen und ich habe dazu diverse Aussagen zum jahrtausend-alten
Denken männlich geprägter Kulturen gefunden.
Die Aufklärung (ca. 1720–1800) betonte Vernunft und Fortschritt, gefolgt von der Romantik (ca. 1795–1848) als Gegenbewegung mit Fokus auf Gefühle, Natur und Fantasie, welche die Industrialisierung und gesellschaftliche Umbrüche verarbeitete . Die Moderne (ab ca. 1880) ist eine nachfolgende Epoche, die sich mit den Auswirkungen von technischem und wissenschaftlichem Wandel auseinandersetzt.
Bei Michel de Montaignes (1533-1592) heisst es in seinem 1580 publizierten « Essais »: Philosophieren heisst sterben lernen. Viele vor ihm bekannten Denker wie Seneca, Epikur, Platon und andere hatten eine ganz spezielle Affinität zum Tode. Die dominante männliche Kultur der Sterblichkeit in einer patriarchalen Struktur gilt als adelnd und die durch Hannah Arendt formulierte Natalität gilt als demütigend. Die ehemalige Heidegger -Schülerin stellte die Geburtlichkeit erstmals der Sterblichkeit gegenüber.
Elfriede Walesa Tielsch (1910-1993) Juristin und Philosophin beschreibt in einem ihrer
Aufsätze, (Femina Sapiens) dass die vorhandene Frauenbegabung seit Jahrtausenden nur
kulturell unterdrückt wurde denn bis in die Antike kann die weibliche Gelehrsamkeit zurückverfolgt werden.
Kultureller Exkurs zum Frau-Sein: In den schriftlichen Gesetzen der « orientalischen
Despotien» „etwa zwischen 1800 v.Chr. und 1500 v.Chr. ist die Frau offiziell weder Mensch noch
Staatsbürger und für den Fötus als Teil der Frau trug der Hausherr die Verantwortung !
Heidi Göttner-Abendroth (1941) stellt in ihrer Matriarchat-Forschung fest, dass es seit der Steinzeit frauenzentrierte Gesellschaften gibt. Den höchsten Entwicklungsstand erreichte das Matriarchat im vorderasiatischen Mittelmeer-Raum. (Sumer, Palästina, Aegypten und Kreta) Der überaus reiche und lange Zeitraum dieser matriarchalen Epoche kommt aber in unserem Geschichtsbewusstsein nicht vor, denn die Geschichtsschreibung beginnt erst bei den klassischen Staaten der Antike.
Sappho, die vor ca 2500 Jahren lebte, war eine antike Aristokratin und Ikone des Feminismus. Sie gilt als die wichtigste Lyrikerin des klassischen Altertums und als eine der ersten Ich-Denkerin und Ethikerin des Abendlandes. Mit ihr beginnt auch die Musikgeschichte. Für sie ist das Spüren nach Sehnsucht wichtiger als Alle als schön bezeichneten und gültigen Dinge. Sie sagt, das Gefühl ist in die Vernunft, in das bewusste Erkennen integriert und sagt das 250 Jahre vor dem reinen Vernunftsphilosophen Sokrates und seines Schülers Aristoteles. Die heutige Bedeutung ihrer Werke zeigt, dass sie zu den frühesten Formen lesbischer Poesie gehören.
Im antiken Athen war Aspasia die berühmteste Begleiterin von Perikles: die Elite der damaligen Zeit fanden sich in ihrem Haus zum Diskutieren zusammen. Sokrates bekannte sich als Schüler der Aspasia in der Kunst der Rhetorik. Auch Hypatia war eine Berufsphilosophin, sie leitete zeitweilig sogar das Museion in Alexandrien.
Aufzeichnungen verschiedener in der Antike philosophisch tätigen Frauen sind mangelhaft oder
teilweise verschollen. Bis heute existieren leider kaum Untersuchungen zu den antiken
Philosophinnen.
In der Antike spielten vorallem Kirchen-Väter wie Aurelius Augustinus eine grosse Rolle.
Er verband aristotelisches Denken mit der Schöpfungsgeschichte, was bedeutete, dass er die
irrationale der rationalen, die irdische der himmlischen und die weibliche der männlichen Kultur
unterordnete.
Die antiken Philosophen hatten zudem ein sehr negatives Frauenbild. Viele definierten die Frau als
gleichbedeutend mit der « Erbsünde «.
Aristoteles bejahte nicht nur die Unterdrückung der Sklaven sondern auch die der Frauen und
sah deren gesellschaftliche Funktion ausschliesslich in der Fortpflanzung.
Aristoteles hat fast 2000 Jahre das abendländische Denken dominiert und deshalb war diese lange Ausgrenzung von Frauen in den Wissens-Systemen normal. Die Geschichte der Philosophie ist auch die Geschichte der Ausgrenzung von Frauen aus den seinerzeitigen Kultursystemen denn da war es üblich, dass Männer den Frauen das Denken absprachen und sie nur auf ihre Gefühle reduzierten, auch dass sie keine Vernunft hätten. Aristoteles hat die Fauen sogar als Mängelwesen Mann bezeichnet.
Carolyn Merchant, ( 1936 ) US-Amerikanische Philosophin und Historikerin hat Francis Bacon`s Schriften analysiert und sie stellt den historischen Zusammenhang zwischen Naturbeherrschung und Unterdrückung der Frauen heraus. Von der chaotischen Natur zur gesellschaftlichen Unordnung führt bei Francis Bacon (1561-1626) ein direkter Weg über die Herrschsucht und Zügellosigkeit der Frauen.
Im Mittelalter gab es diverse Frauen in Klöstern, die sich mit pilosophischem Gedankengut auseinandersetzten aber davon sind leider kaum Aufzeichnungen vorhanden.
Eine der wenigen sehr bekannten Frauen in dieser Zeit war Hildgard von Bingen (1098-1179), die sich durch grosses Wissen auszeichnete. Sie war als Aebtissin eine Universalgelehrte, Dichterin, Komponistin und Naturärztin. Sie gilt als Vorkämpferin für die Emanzipation der Frau. Ihre ganzheitliche Sichtweise auf die Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele hat die Naturheilkunde bis heute geprägt.
Erst ungefähr vor 1000 Jahren wurde Philosophie an Universitäten unterrichtet aber Frauen waren nicht zugelassen, vorallem auch weil diese Institutionen primär durch kirchliche (Männer-) Lehren dominiert waren.
Erst in der Scholastik des Hochmittelalters befreiten sich Frauen in ihrem Denken obwohl sie noch lange in ihren Rechten und Möglichkeiten beschnitten waren.
Im 18 Jhd, im Zeitalter der Aufklärung war die Ausgrenzung der Frauen immer noch normal. Die Grundlage für die in dieser Zeit entstandene Genie-Aesthetik war die Abwendung vom Schönen und Sittlichen hin zum Lebendigen und Schaffenden. Weil aber der Frau ihre Kreativität und ihr Denkvermögen abgesprochen wurden, reduzierte Man(n) sie weiterhin auf Haushalt-Führung und aufs Kinderkriegen.
In meiner nun folgenden Arbeit habe ich mich auf philosophische Denkerinnen von der Aufklärung bis in die Moderne Zeit konzentriert da ich vor dieser Zeit-Spanne wenig Unterlagen gefunden habe.
Einen besonderen Ausdruck findet das romantische Philosophieren in den Bereichen der Natur und Religionsphilosophie und in der Aesthetik. Das Lesen und das Briefeschreiben waren die Kulturtechniken, mit denen sich wohlhabende und gebildete Frauen die Zeit vertreiben durften.
Das romantische Dichten und Denken war eine Kritik an der einseitigen Vernunftsphilosophie wie sie sich vorallem seit Kant durchgesetzt hatte. Wichtig in dieser Zeit war Johann Wolfgang Goethe, den viele besonders verehrten.
In der Zeit der Salonieren waren wohlhabende und gebildete Frauen wie Mme de Staël, Henriette Hirz und Andere wichtige Gastgeberinnen in literarischen oder kulturellen Salons. In diesen Treffpunkten gemässigter RevolutionärInnen wurde jenseits von Religion, Stand und Konvention heftig diskutiert.
Zu den nun folgenden Philosophinnen habe ich ihre primär wichtigen Thesen
zusammengefasst. Aus meiner persönlichen Lesart entstand meine Schwerpunkt-Setzung
völig OHNE K- I !
Wichtig: ich erhebe absolut keinen Anspruch auf Korrektheit und
bin dankbar für alle sichtbar nötig werdenden Korrekturen unter
meiner Mail-Adresse.
Mein Grosser Dank :
Für meine neue grosse Recherchier-Arbeit zum Thema „ Philosophinnen „ habe ich erneut viel Unterstützung von Kerstin und meinem Freundeskreis erhalten. Zudem hat sich mein Webmaster Edwin Weber wieder sehr professionell meinen nicht ganz einfachen Wünschen angenommen. Ebenso möchte ich Lorenz Lüthi herzlich danken für den wichtigen Austausch.
Im Oktober 2025
René Lüthi
Mail : enjoy.life@bluewin.ch
Meine Arbeit basiert auf folgenden Quellen :
- Philosophisches Wörterbuch / Georgi Schischkoff
- Das Grosse Buch der Philosophie / Umberto Galimberti
- Das Illustrierte Kompendium der Philosophie / Masato Tanaka
- Grosse Philosophinnen / Armin Strohmeier
- Wikipedia
- Von der Romantik bis zur Moderne / Marit Rullmann mit Monique Dorang - Petra Gehring - Gudrun Gründken - Erika Kaldenmorgen - Gudrun Maerhofer
- Marlies Mrotzek, Wilma Zimmer
-Frauen denken anders / Philo-Sophias 1x1 , Marit Rullmann und Walter Schlegel
Die sog.Frauenrechtsbewegung entsteht im 18.Jhd. im Zuge der Aufklärung. De Gouges, die in ihren Schriften gleiche Rechte und Pflichten für Frauen fordert, wird als ihre Vorreiterin gesehen. Sie setzte sich auch für die Rechte der Schwarzen und gegen die Sklaverei ein. In ihren diversen Schriften geht es auch um eine Dekonstruktion der männlichen Identität als die EINE Norm des Mensch-Seins. De Gouges predigte nicht nur die Redefreiheit und Gleichberechtigung der Frau, sondern sie lebte sie auch und wurde wegen Verletzung der Volkssouveränität am 3.11.1793 öffentlich hingerichtet.
Sie wurde die bekannteste Frau der Romantik durch ihren sehr zahlreichen Briefverkehr mit Humboldt, Goethe, Schiller, Fichte, Novalis, Herder. Ihr Haus wurde zum eigentlichen Mittelpunkt der deutschen Literaten. Sie war eine Virtuosin der Freiheit mit rebellischer Vitalität. Ihr Denken war Bestandteil des romantischen Konzeptes in dem man zu empfinden beginnt, dass die wissenschaftliche Strenge der Aufklärung nicht leistet, was sie verspricht.
Drei Grossmächte kämpften gegen Napoleon um die Seele Europas: England-Russland und Mme. de Staël (Zitat Victorine de Chastenay). Für eine Frau, die die Ideen Rousseau`s, Montesquie und Voltaires verehrte, stand Napoleon für Alles, was sie verabscheute. Er fürchtete ihren einflussreichen Freundeskreis aus Intellektuellen und Politikern. Die häufigen Frontwechsel von Germaine de Staël machten sie verdächtig und so musste sie oft ins Exil nach Coppet ziehen. In Frankreich propagierte sie freie Liebe und Recht auf Scheidung und den Protestantismus als ideale Staatsreligion. In Deutschland irritierte sie mit aufmüpfigen Schriften den geistigen und weltlichen Adel mit ihrem Fazit, dass die Männer von Welt absolut nicht denken können. Sie kritisiert zudem in ihrem grossen Werk über Deutschland vorallem auch die mangelnde Verständlichkeit der Philosophen.
Bei Gesprächen in ihren beiden Salons sowie in ihren mehr als 10`000 Briefen kommen ihre Ideale wie Toleranz und Gleichberechtigung, auch sexuelle, deutlich zum Vorschein. Sie fordert geistige Unabhängigkeit für die Frauen. Wenn Frau ihr eigenes Wesen erkannt hat und danach lebt, entspricht das ihrem sittlichen Ideal. Sündhaft handelt für sie, wer sich die Glücksmöglichkeiten des Lebens entgehen lässt und Lebensirrtümer nicht korrigiert. Rahel betrachtet die Vernunft nicht als oberste Instanz wie zu Zeiten der Aufklärung denn das Fühlen ist etwas Feineres als das Denken. Wie Schopenhauer und Goethe hatte sie eine Vorliebe für den Philosophen Spinoza mit seiner pantheistischen Gottesauffassung.
Sie schrieb einige der schönsten Gedichte der europäischen Romantik. Diese sind schwermütig, beschreiben die Sehnsucht nach Freiheit und grenzenloser Hingabe an die Liebe. Im 19.Jhd. nannte man Karoline die « Sappho der Romantik « und sie ist eine in ihrer Radikalität repräsentative Frauengestalt dieser Zeit. Sie erdolchte sich aus enttäuschter Liebe als 26 jährige am Rhein. In einem ihrer Briefe an Gunda Brentano schreibt sie: « warum ward ich kein Mann? Ich habe keinen Sinn für weibliche Tugenden, für Weiberglückseeligkeit. Nur das Wilde, Grosse, Glänzende gefällt mir. Ich bin ein Weib und habe Begierden wie ein Mann ohne Männerkraft. Darum bin ich so uneins, so wechselnd mit mir » .
Sie versuchte Zeitlebens durch Kontakte zu grossen Persönlichkeiten ihrer Zeit eigenen Ruhm zu erwerben. Sie litt unter der Zerrissenheit zwischen ihrem Idol Goethe und ihrem Ehemann Achim von Arnim. Goethe empfand sie schliesslich als„ « leidige Bremse » . Sie entwickelte zusammen mit Günderode die Idee der «Schwebereligion» : das heisst, Denken ist Beten- ergänzt um das Handeln. Bettina wehrt sich auch gegen die Tradition der weiblichen Unterordnung mit grossem sozialem Engagement. Sie kritisierte zudem den feudalen Staat und den autoritären Charakter, den er hervorbringt. Unter den vielen Schriften, die sie verfasste, konnte sie ihr „» Armenbuch » nicht Veröffentlichen weil sie der Verschwörung mit aufständischen Webern verdächtigt wurde.
Sie gehörte zum konservativen Lager der Frauenbewegung. In ihren Schriften tritt sie für das Recht der Frauen auf eine Ausbildung ein. Sie kämpft für eine eigenständige berufliche und damit auch für eine soziale Absicherung der Frau. Die sehr pflichtbewusste Hedwig Bender widmete sich aufopferungsvoll der Pflege ihrer Eltern und konnte sich meistens nur nachts ihren Lieblingsphilosophen Kant und Spinoza widmen. Das von ihr aufwändig erstellte druckfertige Manuskript über Kant`s Erkenntnistheorie ging bei einem Umzug verloren und blieb verschollen. Sie starb einsam und verarmt in einem Erfurter Krankenhaus.
Sie wurde am Konservatorium Wien zur Pianistin ausgebildet und erst nach ihrem Umzug nach Zürich studierte sie Philosophie, Archäologie, Germanistik und Orientalistik. Als erste Oesterreicherin und zweite Frau wurde sie dort zum Dr.phil promoviert. Nietzsche war sehr angetan von ihr aber seine Einstellung zu Frauen machte Helene von Druskowitz zu seiner schärfsten Gegnerin. Sie sprach ihm jegliche philosophische Qualifikation ab. In einem Schreiben an C.F.Meyer steht: « Nietzsches Propheten-Miene kommt mir recht lächerlich vor «. Seine Reaktion ist, wie in anderen ähnlichen Fällen unsachlich, er bezeichnet sie als « kleine Literatur-Gans «. In ihren früheren Thesen empfiehlt sie den Frauen, sich vollständig von der Idee Gottes zu distanzieren, sie schreibt: « der Atheist ist der eigentliche Philosoph «. Als Intellektuelle und Lesbe war sie gesellschaftlich eine Aussenseiterin. Nach ihrer Zwangseinlieferung in die Psychiatrie schrieb sie die pessimistischen Kardinalsätze unter dem Titel « Der Mann als logische und sittliche Unmöglichkeit und als Fluch der Welt « und wurde dadurch als radikale Männerhasserin abgestempelt. Nach heutigem gesellschaftlichem Empfinden hatte sie für ihre Zeit eine grosse Weitsicht.
Sie war zuerst Malerin und gründete in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg zusammen mit Olga Prager und Ernestine Federn die Kunstschule für Frauen und Mädchen (später umbenannt in Wiener Frauenakademie). In der Zeit der Jahrhundertwende hat kaum eine andere Feministin so radikale Fragen zum Geschlechterverhältnis betr. der Macht- und der Sexualität gestellt wie sie. Sie führt das triebhafte Sexualverhalten des Mannes an, das durch die bürgerliche Doppelmoral noch verstärkt werde. In ihren diversen Werken beschäftigt sie sich mit den Aussagen von Schopenhauer, Nietzsche, Kant und Goethe.
Sie studierte Physik, Geologie, Chemie. Sie entwickelte eine subjektivistische Philosophie den„Hylo-Idealismus“. Der Grundsatz lautet: "Der Mensch ist der Schöpfer seines eigenen Kosmos und alle seine Wahrnehmungen haben eine rein subjektive Existenz". Sie kritisiert den empirischen Utilitarismus denn das Wohlergehen des Einzelnen ist nicht zu trennen vom Wohlergehen der Allgemeinheit. Zuviel Altruismus würde bedeuten, dass der Einzelne verlernt, für sich selbst zu sorgen.
Arbeit und ökonomische Unabhängigkeit als Frau waren für sie Grundvoraussetzung zur Identitätsfindung. In ihrer Schrift über die Religion fordert sie, das Paradies auf Erden selbst zu schaffen, es nicht Gott zu überlassen und auch weibliche Wünsche zu berücksichtigen. Freuds Sublimierungstheorie war ihrer Meinung nach auf seine Sexbesessenheit zurückzuführen. 1935 verübte sie mittels Inhalation von Chloroform Suizid nachdem sie unheilbar an Brustkrebs erkrankte.
Sie war schon zu Lebzeiten eine berühmte Schriftstellerin, sie hatte intensiven Kontakt mit Nietzsche dessen Heiratsantrag sie mehrmals ablehnte, das gleiche auch mit dem Philosophen Paul Rée und mit Rainer Maria Rilke und auch nach der Heirat mit Friedrich Carl Andreas unterhält sie mehrere Liebesbeziehungen. Sie schreibt, dass die konventionelle Treue ihren Teil zur Selbstzerstörung der Liebe beiträgt indem sie Offenheit und Freiheit verhindert. In ihren Ideen zum Problem des Alterns steht das Leben im Mittelpunkt, nicht der Tod. Das Altern definiert sie als ein Wachsen in die Gegenwart, als ein Wachsen in etwas Neues und nicht als ein Enden.
Verschiedene Autoren bezeichneten sie als die bedeutenste Philosophin der USA. Sie war auch die erste Frau, die 1905 Präsidentin der American Philosophical Association wurde. Ihr Interesse galt zunächst der Experimental-Psychologie und so hatte sie vor ihren philosophischen Arbeiten sich der Traumdeutung gewidmet und Aufzeichnungen von 205 eigenen Träumen gemacht. Eine ihrer philosophischen Grundüberzeugung war, dass mentale Realitäten letzten Endes persönlich sind. Sie kämpfte für die Staatsbürger- und Frauenrechte und äusserte sich zu den Fragen der Erziehung. Sie schrieb, dass eine Beschäftigung mit der Philosophie eine Pflicht sei, da philosophische Schlussfolgerungen Einfluss auf das Leben jedes Menschen haben.
Sie war eine deutsche Feministin, Sexualreformerin, Pazifistin und Publizistin und eine begeisterte Anhängerin Nietzsches: sie hat seine Forderung nach einer „Umwertung aller Werte „ mit einer neuen Emanzipation der Frau verknüpft. Sie hat zudem Nietzsches MoralReligionskritik übernommen und verurteilte die kranke Fantasie der Kirchenväter. Aufgrund ihres pazifischtischen Engagements hatten ihr die Nazis die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt, sie als berüchtigte Schund-und Schmutzliteratin beschimpft und ihr Lebenswerk zerstört. Sie musste emigrieren und starb vereinsamt 1943 in New York.
Sie war eine Publizistin, Nationaloekonomin und einflussreiche Vertreterin der Arbeiterbewegung, des Marxismus und des proletarischen Internationalismus. Sie gründete 1919 die deutsche komunistische Partei. In der marxistischen Philosophie wurde der Begriff « Luxemburgismus « geprägt, also die Auffassung, dass der Kapitalismus quasi von allein seinem Ende entgegen gehen würde. Als aussergewöhnlich Redebegabte rief Sie gegen den Krieg auf und appelierte an die Soldaten, nicht auf die Soldaten anderer Länder zu schiessen. Dabei wurde sie nach Ausbruch der ersten russ. Revolution in Warschau in verschiedene Gefängnisse gesperrt und 1919 ermordet.
Während der ersten russischen Revolution arbeitete sie als Agitatorin und Journalistin und widmete sich der proletarischen Frauenbewegung. Sie studierte an der Uni Zürich und in London Sozialwirtschaft. Sie beschrieb eine neue proletarische Liebes-und Sexual-Moral. Sie plädiert für eine erotische Kameradschaft um die geringe Liebesfähigkeit der Menschen zu entwickeln und um sie auf die monogame Liebesgemeinschaft vorzubereiten. Die sexual-revolutionären Ansätze konnten sich aber gegen die Parteimoral nicht durchsetzen. In der russischen sozialistischen Bewegung war sie eine Schlüsselfigur und die einzige Frau in der früheren Sowjetregierung.
Sie war eine musisch hochbegabte Pianistin, Dichterin und Philosophin. In Goethe sieht sie den Begründer des Begriffes des Individuums. Wichtigstes ethisches Prinzip ist Kant`s Kategorischer Imperativ. Sie fordert, dass die Menschheit in der Person des Anderen nie als Mittel sondern als Zweck betrachtet werden müsse. Sie kritisiert Nietzsches HerrenMoral. An einem allen zugrunde liegenden Prinzip wie Gott könne nur geglaubt werden aber bewiesen werden kann er nicht. Nietzsches Aussage « Gott ist tot « „veranlasste auch Leonore Kühn, den Sinn des menschlichen Lebens in der Kreativität zu suchen. Als Folge des fehlenden Egoismus entwickelt die Frau keine geistige Fruchtbarkeit. Kühn`s Werke fehlen infolge der Nähe zum völkischen Gedankengut in der philosophischen Fachliteratur.
Sie war die erste Professorin für Philosophie in Grossbritannien. Sie engagiert sich für die bestehenden moralischen Werte denn diese bilden die Grundlagen der Demokratie. Sie sagt, Pressefreiheit und Parlamentarismus sind nicht genug. Dringend notwendig ist, dass Bürger gut denken können denn unsere Probleme liegen zum Teil in unserer Dummheit begründet. Der freie Wille erfordert eine verbindliche Ethik. Sie fordert auf, für die Ideale der Wahrheit, des Glücks, der Liebe und der Freiheit einzutreten.
Als Aerztin nahm sie von bestimmten philosophischen Grundansichten Freuds Abstand. Ihre Kritik an der Psychoanalyse entzündet sich an Freuds Auffasssung von der weiblichen Sexualitàt. Auch Freuds These von der Angst vor dem Liebesverlust als der Grundangst der Frauen weist Karen Horney entschieden zurück. Sie sucht nach neuen nicht autoritären Lebensperspektiven und bekennt sich zur freien Liebe. Im Gegensatz zu Freud sagt sie, dass Menschen nur im Gefüge eines neurotischen Zwangs von den Trieben bestimmt werden. Damit liesse sich, anders als bei Freud, auch eine eine Heilung ermöglichen.
Sie war eine der bedeutensten Schülerinnen Edmund Husserl`s und doktorierte bei ihm. Innerhalb seiner Phänomenologie ist das Wesen der realen Welt (Zeit, Raum, Natur ) ihre zentrale Fragestellung. Sie sagt, nur in der aktuellen Zeitwahrnehmung gibt es ein Sein. Nach HCM gibt es drei mögliche Relationen von Zeit und Raum: eine unendliche Zeit, eine Welt innerhalb deren Bestehens die Zeit begonnen hat (nach Platon) und eine endliche RaumZeit, die mit einer endlichen Welt steht und fällt ( allg.Relativitätstheorie ). HCM folgert daraus, dass auch die Zeit nur dadurch endlich werden kann, wenn sie als zyklisch mit sich selbst zusammengeschlossen gesehen wird. Bei der Geschlechterfrage gilt es zu klären, was im allgemeinen Sinn «männlich « und was « weiblich„ « genannt werden kann.
Sie studierte Philosophie bei Edmund Husserl. Sie war eine Denkerin, die die Wahrheit der Sache als das Souveräne im eigenen Leben anerkennt. Der Verstand als Schlüssel zum Reich des Geistes liegt ihr am Herzen. Die Machtergreifung der Nazis, die geistiger Frauenarbeit gänzlich abhold waren, machte die erkämpften Rechte von Bildung wieder zunichte. Sie verlor eine Dozentenstelle und konvertierte zum Katholizismus. Sie war eine Brückenbauerin zwischen Juden und Christen und hatte schon 1939 freiwillig Gott ihr Leben angeboten, für das jüdische und deutsche Volk und den Frieden auf Erden. Sie wurde von den Nazis 1942 in Auschwitz ermordet und als Märtyrerin und Karmelitin 1987 vom Papst selig gesprochen.
Im anglo-amerikanischen Raum gehört Langer zu den bekanntesten Philosophinnen.Ihr Hauptinteresse galt der symbolischen Logik. Die Symbolbildung wirkt sinnstiftend und bietet die Möglichkeit, mit der Komplexität des Lebens fertig zu werden. Aesthetische Normen liegen ihrer Auffasssung nach ausserhalb der philosophischen Intuition. Zitat: Kunst ist das Erschaffen von Formen, die menschliches Fühlen symbolisieren.
Zentral für Kanthak`s philosophische Arbeit ist die Seins-Philosophie Heidegger`s. Mit ihm und in Auseinandersetzung mit Sartre legt sie einen besonderen Akzent auf das « Mit-Sein « und entwickelt eine Theorie des Selbst-und Fremdverstehens zwischen Gott und Mensch, Himmel und Erde. Zu Fragen der politischen Erziehung hinsichtlich Rassismus erkennt sie den Verdienst Sartre`s, dass der Rassenhass primär in einem minderwertigen Menschentum als solches gründet.
Sie war eine spanische Philosophin, Lyrikerin und Essayistin. Ihr akademischer Lehrer war der spanische Philosoph José Ortega y Gasset. Sie ist eine bedingungslose Gegnerin des Faschismus und schreibt in diversen Zeitungen, auch während ihres Exils in Argentinien, Chile und Kuba über die Rolle der Intellektuellen im Kampf gegen den Faschismus in Europa. Ihr philosophisches Denken und Schreiben wendet sich nach dem Exil in den Bereichen des Irrationalen zu. Sie sieht in der Dichtung (wie auch Martin Heidegger ) einen Zugang zu einem Wesen, das sich der Vernunft verschliesse.
Nach ihrem Studium der Philosophie hatte sie vorübergehend eine Liebesbeziehung mit Martin
Heidegger, auch dann noch als sich dieser dem Nationalsozialismus und der antisemitischen
Hochschulpolitik zuwendete. Als Jüdin emigrierte sie in die USA und verfasste als politische
Professorin diverse Bücher zu allen Formen der gesellschaftlichen Unterdrückungen und was
Menschen dazu berechtigt, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Sie hat als
Gegenbegriff zur Mortalität den Begriff der Natalität, der Geburtlichkeit in der Philosophie
eingeführt.
Sie schreibt über das Böse im Menschen, auch äussert sie sich zum Eichmann-Prozess.
Zitate von ihr: « Die Welt ist ein Gebilde von Menschenhand und ist der Natur nicht absolut
verpflichtet « / « Autorität und Freiheit sind absolut keine Gegensätze « .Hanna Arendt
promovierte bei Karl Jaspers und blieb zeitlebens mit ihm eng befreundet. Unter Verweis auf Kant
erklärt sie, dass das Denken eine Funktion der Vernunft sei, das Erkennen hingegen eine Funktion
des Verstandes.
Sie zählt zu den Pionierinnen des Feminismus. Ihr Buch « Das andere Geschlecht « gilt als feministisches Standartwerk. Die Philosophin lehnt eine Philosophie ab, die nicht auf lebendiger Erfahrung beruht. Sie revolutionierte die Welt der Frauen mit der Forderung, das eigene Leben zu gestalten. Sie gilt als Vertreterin des Existentialismus. Schon mit 14 entschied sie sich, nicht mehr an Gott zu glauben. Sie erkennt, dass das « Ewige « das Gott verkörpert , sie nicht mehr interessiert und sie bricht auch mit den traditionellen bürgerlichen Ideologien wie Ehe und Mutterschaft. Alles, was Simone de Beauvoir in eine weibliche Rolle drängen könnte, vermeidet sie. Sie sagt, die Frau ist etwas Werdendes: ihre Möglichkeiten wurden bisher weder bestimmt noch genutzt. Sie bleibt mit Jean Paul Sartre bis zu seinem Tod zusammen aber ohne je mit ihm direkt zusammen gelebt zu haben.
Sie war wohl die einzige Philosophin die, um ihre Theorien zu verifizieren, harte Fabrikarbeit auf sich nahm. Sie war radikal im Denken, im Fühlen und im Leben. Sie hatte den Wunsch, den eigenen Willen bis zur Selbstaufgabe zu brechen. Ihre Todessehnsucht und masochistische Neigung bedeutet die Identifikation mit dem Leiden der Armen. In ihrer Theologie preist sie das Destruktive. Die Welt wird nicht von Gott , sondern durch das Böse regiert. Die einzig mögliche Erlösung ist das Nicht-Sein. Sie bleibt Agnostikerin und stirbt mit nur 34 Jahren an Unterernährung und Tuberkulose. Zitate : « Ich kann, weil ich will, was ich muss ». / « Die Liebe ist der Blick der Seele ».
Als promovierte Juristin durfte sie wegen den Nazis ihren Beruf nicht ausüben. Als Philosophin befasst sie sich mit dem Anteil der Frauen in der Philosophie-Geschichte und hebt hervor, dass die vorhandene Frauenbegabung seit Jahrtausenden nur kulturell unterdrückt wurde. Mehr dazu siehe Einleitung meiner Arbeit.
Sie war Schülerin Karl Jaspers und hatte als promovierte Philosophin diverse Gastprofessuren
sowohl in den USA, in Kanada, in Frankreich und in der Schweiz inne. Sie war zudem Mitglied der
schweiz. UNESCO-Delegation. Ihr Leben und ihre Philosophie hatten viele Gemeinsamkeiten mit
Sokrates, dies trug ihr auch den Ruf eines weiblichen Sokrates ein. Wie bei ihm, ist ihr aufgrund
ihrer moralischen Verpflichtung die Suche nach der Wahrheit und dem Guten ihr Leitmotiv. Jeanne
Hersch wurde von vielen als ethische Instanz geachtet aber auch wegen ihrer konservativen
Anschauung von etlichen angefeindet. Als Jüdin glaubte sie nicht an Gott, sie bewunderte aber die
christliche Religion ohne an Jeus als auferstandenen Sohn Gottes zu glauben. Sie propagierte
eine starke Landesverteidigung und die Abschreckung durch Atomwaffen. Auch war sie
Befüworterin der Kernenergie.
Zitate von ihr: « es gibt keine Freiheit ohne Verantwortung. / Ich finde es so natürlich, dass das
erste Bedürfnis eines Menschen ist, dass man ihn so leben lässt, wie er leben möchte. / Der
Mensch kann weder auf sich selbst verzichten, noch sich erfüllen «.
Sie ist eine der bedeutesten englischen Philosophinnen des 20. Jhd. Sie war Schülerin bei Ludwig Wittgenstein und später Verwalterin seines philosophischen Erbes. Als konvertierte Katholikin wagte sie es, sich öffentlich für Kontrazeptiva einzusetzen. Sie argumentiert, dass dadurch auch sexuelle Freiheiten akzeptiert werden und es somit zu weniger Abtreibungen kommen würde denn sie war strikte Abtreibungsgegnerin.
Als Philosophin- Psychologin und Psychotherapeutin hat sie sich in diversen Studien und Schriften der Frauenbewegung gewidmet. Sie hatte auch klare Zukunfts-Vorstellungen hinsichtlich einer gleichgewichteten Elternschaft, in der sich Frauen und Männer die oekonomische und auch die emotionale Verantwortung für die Kinder teilen. Auch suchte sie ein Wirtschaftsmodell, das sich aus den Zwängen der patriarchalen WettbewerbsManie befreit. Sie wollte unbedingt das Gemeinwohl in den Mittelpunkt stellen. Sie war Dozentin für Psychologie an der Sozialen Fachhochschule BFF in Bern.
Sie war eine der wichtigsten Theoretikerinnen des Liberalismus. In ihren Ueberlegungen dazu steht vorallem der Gedanke, dass Grausamkeit das grösste aller Uebel ist. Sie war zudem der Ansicht, dass die Philosophie der Ungerechtigkeit nicht die wichtige Aufmerksamkeit schenkt. Viel zuwenig wird auch die passive Ungerechtigkeit beachtet, denn Ungerechtigkeit besteht nicht nur in ungerechtem Handeln, sondern auch darin, dass sich Menschen diesem gegenüber gleichgültig verhalten. Es bedarf einer moralischen Präferenz für den Blickwinkel des Opfers von Brutalität und Tyrannei.
Sie war eine US-Amerikanische katholische Theologin und Philosophin: sie gilt als eine der radikalsten Vertreterinnen der feministischen Theologie. Sie sagte, wenn Leben auf der Erde überleben soll dann müsste es eine Dekontamination der Erde geben, deshalb wäre eine drastische Reduktion der Bevölkerung von Männern nötig. Mary Daly provozierte mit ihren radikalen Thesen, u.a. sagte sie auch, dass der Sadomasochismus die Grundlage der patriarchalen Struktur sei. Mary Daly behauptete, die männliche Kultur sei das direkte, böse Gegenteil der weiblichen Natur. Sie stellte die lebensspendenden Kräfte der Frauen den todbringenden der Männer gegenüber.
Als Harvard-Absolventin in Literatur gilt ihre Leidenschaft der Lyrik. Ihre Fragen nach unter schiedlichen kulturellen Codes und nach dem Verhältnis von Macht und Sprache waren von zentraler Bedeutung. Mit ihrem Mann hatte sie 3 Söhne und trennte sich von ihm weil sie eine Frau liebte. Sie war sehr beeindruckt von Simone de Beauvoir und kämpfte für die Rechte der Frauen, als Lesbe speziell für auch für die Homosexualität. Sie weigerte sich, diverse wichtige Literatur-Preise anzunehmen weil sie mit der Politik der Regierung nicht einverstanden war (u.a. Irak-Krieg). Sie kämpfte radikal für die Selbstbestimmung der Frauen über ihren Körper und ihre weibliche Produktivität.
Sie war jüdischer Herkunft und hatte mit viel Glück den Holocaust überlebt. Teile der revolutionären Linken der 68-er Generation haben in Deutschland und Italien das Denken Agnes Heller`s euphorisch aufgegriffen. In ihrer Schrift „Philosophie des linken Radikalismus „ weist sie auf existenzielle Fragen des Lebens hin, wie man denken, leben, handeln soll und was die wahren Werte sind. Nur die Logik des Sozialismus stelle eine in sich widerspruchsfreie Logik der Demokratie dar, die das Bedürfnis nach universeller Freiheit und Gleichheit der Menschen zu befriedigen vermöge. Sie weist jede Philososphie zurück, die die Individualität des Menschen leugnet.
Sie war Psychologin und Psychoanalytikerin und hat sich intensiv mit der Differenz des männlichen und weiblichen auch in der Sprache auseinandergesetzt. Es wird ihr aber vorgeworfen, dass sie alle Kulturen unter den Vorzeichen des Phallo-Zentrismus betrachtet. Sie kritisiert u.a. auch Freud und fordert eine weibliche « Gegensprache « um eine positive sexuelle Identität für Frauen zu ermöglichen.
Sie gilt als Klassikerin des modernen Feminismus. Ihre diversen Arbeiten zur Frage der Selbstbestimmung und des Selbstseins der Frau haben die feministischen Diskussionen massgeblich beeinflusst. Sie gründete mit E.W.Tielsch u.a. die Assoziation von Philosophinnen in Deutschland aufgrund des « Totschweigen der Frauenfrage « durch die akademische Philosophie. Für Brigitte Weisshaupt bedeutet es einen ersten Schritt, dass Frauen ein Selbstbewusstsein entwickeln, was ihnen im Namen der Vernunft über Jahrtausende abgesprochen wurde. Dabei sollten sie jedoch nicht das autonome Selbst der Männer anstreben, sondern ein « zwangsloses Selbst « , das die Entwicklung von Emotionen und Sinnlichkeit einschliesst. Brigitte Weisshaupt hatte diverse Lehrstühle inne und war u.a. auch Präsidentin der Schweiz.Philosophischen Gesellschaft und Mitglied der schweiz.nationalen Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin.
Sie ist eine der bedeutensten feministischen Denkerinnen und WissenschaftsHistorikerinnen der Gegenwart. Für sie sind Menschen keine Objekte oder Subjekte sondern sog. Cyborgs, die in Zusammenarbeit mit ihrer Umwelt entstehen. Diese sind Mischwesen zwischen Maschine und Mensch. Sie plädiert in « Manifest for Cyborgs“ « dafür, sich den Realitäten der neuen Technologien zu stellen und feministischen Widerstand von innen heraus zu organisieren. Die Geschichten feministischer Cyborgs haben die Aufgabe, Kommunikation und Intelligenz neu zu codieren um Kommando und Kontrolle zu untergraben. Bei Donna Haraway ist die Frage nach Leib oder Körper besonders wichtig: « was sind diese heute und was werden sie sein, verändert durch die neuen Wirklichkeiten ? «
Sie sagt, dass Geschlechtsidentität durch soziale Normen konstruiert wird und nicht durch natürliche oder biologische Begebenheiten festgelegt wird. Dieses Konzept widerspricht traditionellen Auffassungen von Geschlecht als einer festen und unveränderlichen Kategorie. Sie sagt, die feministische Kritik muss gegenüber den totalisierenden Gesten des Feminismus selbstkritisch bleiben. Der Versuch, den Feind in einer einzigen Gestalt zu identifizieren, ist nur ein Umkehrdiskurs, der unkritisch die Strategie des Unterdrückers nachahmt. Nach dem Attentat der Hamas in Israel erklärt sie, dass sie jegliche Form von Gewalt, auch von sexueller Gewalt unmissverständlich verurteilt. Als Unterstützerin der palästinensischen Anliegen werden ihre Ansichten verzerrt wiedergegeben und sie sagt deutlich, dass sie missInterpretiert wurde und ganz klar eine Philosophie vertrete, die sich gegen jegliche Gewalt wende.
-Dialektik: philosophische Methode, die die Position, von der sie ausgeht, durch gegensätzliche Behauptungen in Frage stellt und in der Synthese beider Positionen eine Erkenntnis höherer Art zu gewinnen versucht.
-Metaphysik: Der Zweig der Philosophie der sich mit dem Wissen der Wirklichkeit befasst.
- Mystik: ursprünglich Bezeichnung von Geheimreligion, In diversen Religionen unterschiedlich Bedeutung, z.B. das Bestreben, das Übersinnliche, Transzendente durch Abkehr von der Sinneswelt zu erfassen.
-Nihilismus: der theoretische Nihilismus verneint die Möglichkeit einer Erkenntnis der Wahrheit, der ethische Nihilismus die Werte und Normen des Handelns.
-Ontologie: Lehre von den allgemeinen Seins-Bedeutungen. Die Ontologie bezieht sich auf das Seiende. Mit dem ontologischen Argument für die Existenz Gottes versucht man zu zeigen, dass die Existenz Gottes bereits im Begriff Gottes enthalten ist.
-Rhetorik: Das auf Erfolg, Effektivität und Überzeugung gerichtete praktische Kommunikationsverhalten des Menschen.
-Scholastik: Schul-Lehre. Basis für die Grundlagen für Wissenschaft und Philosophie sind die christlichen Dogmen der Wahrheiten.
- Stoiker: teilen ihr System in Ethik, Logik und Physik. Fortwährender Kampf gegen die Affekte. Diese hindern uns am vernunftgemässen Handeln. Das Lebensziel ist die Leidenschaftslosigkeit (stoische Ruhe) Soziale Forderungen wie Gerechtigkeit und Menschenliebe.
-Stoizismus: predigte eine strenge asketische Moral und Geringschätzung äusserer Güter. Stoisches Gedankengut bei späteren europäischen Philosophen wie Giordano Bruno, Descartes, Seneca, Spinoza, Locke, Kant, Schiller, Goethe.
Glück definiert der Stoizismus als Abwesenheit vom Leiden der Seele. Voraussetzung dazu ist Besonnenheit und Gelassenheit, «es ist, wie es ist. » Die Philosophen der Stoa oder Epikur waren nicht auf den Gedanken gekommen, das Ziel und den Sinn des menschlichen Lebens anderswo zu suchen als hier im Diesseits. Anders im Christentum: das Ziel des Menschen liegt in einem Reich, das nicht von dieser Welt ist. Alle Menschen sind Kinder Gottes und Brüder und Schwestern in Christo. Diesem hohen Ideal kommt in der Antike höchstens die stoische Form der allgemeinen Menschenliebe näher. Dass das Christentum gegenüber allen vorgängigen Religionen schlussendlich obsiegte, hat Grund in seiner vom Judentum übernommenen Ausschliesslichkeit. Die Gemeinschaft der Christen fühlte sich als neu erwähltes Volk.
-Theodizee: zentrale Stellung im Denken der Stoiker und Gnostiker ist die Frage nach der Rechtfertigung Gottes: einerseits wird der Weltschöpfer aus dem Judentum übernommen, andererseits aber ist die Welt die Städte der Sünde und des Unheils. Die Gnostiker lösen das Problem, dass sie Gott den Schöpfer von Gott dem Erlöser unterscheiden. Fast allen gnostischen Systemen ist gemeinsam der Dualismus zwischen Gottheit und Materie.